Ein großartiges Projekt: Der „YogaTattoo Tag“ am 26.08.17

Als ich im Herbst 2014 mit „Girls & Tattoos“ startete, war die wunderbare Sonja Punktum eine der ersten Tätowiererinnen, die den Blog mit einem Interview bereicherte. Umso mehr freute ich mich, als ich kürzlich Post von ihr in meinem digitalen Briefkasten vorfand und sie mir von einem großartigen Projekt, dem „YogaTattoo Tag“ berichtete, welches sie gemeinsam mit Nora Rogge (Pure Love Tattoo, Essen) ins Leben ruft.

Der YogaTattoo Tag findet am Samstag, den 26.8. ab 11 Uhr statt. Eine ganze Reihe von Tattoostudios über ganz Deutschland verteilt machen mit und arbeiten an diesem Tag für den guten Zweck.
Alles eingenommene Geld geht an „Yoga für alle e.V.“ (www.yoga-fuer-alle-ev.com), ein Verein, der das Ziel hat Yoga zu Menschen zu bringen, denen sonst die Möglichkeiten Yoga zu praktizieren fehlen würde: sei es wegen schwieriger Lebenssituationen (im KinderHaus, im Rollstuhl, im Frauenhaus, psychosensibles Yoga, für Geflüchtete), wegen nicht vorhandenen finanzieller Mittel (Yoga auf Spendenbasis) oder auch weil sie nicht frei sind (Yoga im Gefängnis).

Eine wirklich ganz, ganz tolle Sache!

Natürlich wird am YogaTattoo Tag nicht nur tätowiert und gespendet. Es wird sich auch damit auseinander setzen, ob Yoga und Tätowieren etwas gemeinsam hat, wo es Verbindungen gibt, wie eine Tattoositzung von Yoga profitieren kann, … Deshalb starten der Tag ganz bewusst in allen Studios mit einer Meditation. In manchen Studios werden Yogalehrer anwesend sein, damit man sich austauschen kann und um kleine, unkomplizierte Yoga-Einheiten anzuleiten. Wir freuen uns und sind neugierig auf einen Tag voller Hinspüren und Austauschen.

 

Doch wie kam es überhaupt zu der Verbindung Yoga und Tattoos? Was haben diese beiden Bereiche gemeinsam?

Sonja: Ich würde sagen: ’ne Menge. Und weil ich in meinem Leben von diesen beiden Bereichen so sehr profitiert habe, wundert es mich nicht, dass ich da ein bißchen missionieren will.
Ich liebe Tattoos. Und ich liebe Yoga. Was lag also näher, als diese Bereiche zu verbinden?

Aber wie passt das eigentlich zusammen?

Sonja: Die meisten Tätowierten haben während ihrer Tattoositzungen – besonders bei den sehr schmerzhaften Stellen – von ihrem Tätowieren den Rat bekommen, etwas ruhiger und langsamer zu atmen. Schon dieser einfache Trick hilft, sich zu entspannen und so dem Gehirn das Signal zu senden, dass der Körper gerade nicht in einer Gefahrensituation ist.
Ich erlebe täglich sowohl beim Tätowieren, als auch beim Yoga, dass bewusstes Atmen ein sehr effektives Tool ist – sei es, um sich zu entspannen, um ganz ins Jetzt zu kommen oder auch um mehr Energie zur Verfügung zu haben.
Pranayama – Atemtechniken aus dem Yoga – können ganz bewusst während einer Tattoositzung eingesetzt werden und so den Prozess begleiten und erleichtern.
Überhaupt scheinen Menschen, die Yoga oder Meditation praktizieren, deutlich leichter durch so eine Tattoositzung durchzugehen. Anfangs war ich verblüfft, doch dann wurde es immer auffälliger: Yogis wuppen das mit den Tattooschmerzen irgendwie besser. Inzwischen frag ich schon bei den toughen Leuten immer nach, ob sie Yoga machen.


Liegt es daran, dass für beides ein bewusster Umgang mit dem Körper notwendig ist? Haben Yogis mehr Kontrolle über ihre Körperprozesse oder „sich besser im Griff“?


Sonja: Klar ist: Schmerz ist Kopfsache. Und der Kopf / das Gehirn lässt sich mit Yoga wunderbar beeinflussen.
Überschneidungen in Sachen Körperlichkeit sorgen natürlich auch dafür, dass Tattoos und Yoga miteinander zu tun haben. Wer Yoga macht, liebt seinen Körper und erlebt ihn als „Tempel“. Und Tempel wollen geschmückt werden. Und Yoga beeinflusst viele so positiv, dass sie diese Verbindung auch nach außen zeigen möchten – z.B. mit Tätowierungen. Die Ikonographie des Yoga, z.B. mit seinen schönen Sanskrit-Schriftzeichen, Lotusblüten und Buddhagesichtern – eignet sich wunderbar als Tattoovorlage.
Aber auch Tätowierer selbst profitieren vor allen Dingen physisch von Yoga. Stundenlanges Zeichnen am Schreibtisch, einseitige Belastungen beim Arbeiten, viel Körperspannung und anstrengende Positionen, wenn man sich über den Kunden beugt – das alles führt zu Rücken-, Schulter- und Nackenbeschwerden. Auch ich hab die Erfahrung gemacht, dass Yoga hier hilft. Seit ich regelmäßig Yoga mache, sind meine Rückenschmerzen wie weggeblasen. Und wenn doch mal was im Nacken zieht, dann weiß ich, welche Übung mich entspannt.
Für mich gehören Tattoos und Yoga zusammen. Und ich bin sicher, dass viele andere tätowierte Yogis, meine Meinung teilen.
Und deshalb biete ich Tattoosessions an, bei denen Yoga, Pranayama und Gong-Entspannung den erlebnisreichen Nachmittag färben und bereichern.Das Ganze hat dein Interesse geweckt? 

 

Hier die Liste der Studios, in denen der YogaTattoo Tag stattfindet:

Pure Love, Essen
Punktum, Hamburg
Farbtempel, München
Stechmalerei, Mannheim
Tremuschi Ink, Berlin
Art Aguja, Monheim

Jedes Studio entscheidet selbst, ob es an dem Tag Walk-Inns macht oder Termine dafür vergibt, also am besten auf www.yogatattoo.de informieren. Dort werden natürlich auch alle anderen Fragen beantwortet.

Ich sag jetzt schon mal: Ganz viel Erfolg und einen großartigen, entspannten Tag <3

Titelbild: Inky Island

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