Good Customer – Happy Artist: Wie Kunden mit guter Vorbereitung Tätowierer glücklich machen können

Wer schon einige Hautbilder mit sich herumträgt, hat oftmals eine eigene Routine gefunden, um sich auf den bevorstehenden Tattootermin vorzubereiten. Denn: Wer im Vorhinein mitdenkt, macht das Stechen nicht nur sich selbst, sondern auch dem betreffenden Künstler so angenehm wie möglich. GIRLS & TATTOOS hat die praktikabelsten Tipps, Tricks und Kniffe zusammengestellt.

1. Eat, Sleep, Rest, Repeat

Wer von einer wilden Partynacht ins Tattoostudio stolpert, wird sich, seinem Kreislauf und der Geduld des Künstlers keinen Gefallen tun. Jede Tattoo-Session ist eine kleine (oder große) Anstrengung für den Körper: Die Haut wird verletzt, Schmerzempfinden tritt ein, der Körper schüttet Adrenalin aus. Dementsprechend solltet ihr vorher eine solide Basis schaffen, auf die der Körper währenddessen zurückgreifen kann: Einegesunde Portion Schlaf bildet die Grundlage, damit ihr nicht auch noch gegen die Müdigkeit ankämpfen müsst. Zudem liefert euch ein Frühstück Energie für die ersten Stunden des Tätowierens. Falls ihr länger unter der Nadel hängt: Genügen Nahrung nicht vergessen!

2. Don’t cream and ink!

An welcher Körperstelle das neue Kunstwerk platziert wird, ist dem Tätowierten und dem Tätowierer meist vor dem Termin klar. Dementsprechend sollte am Abend davor bzw. am Morgen des Termins an dieser Stelle nichts gecremt, gesprüht, gewaxt oder anderweitig bearbeitet werden. So vermeidet ihr Irritationen oder allergische Reaktionen. Außerdem ist so sichergestellt, dass die Farbe bestmöglich in die Haut eingearbeitet werden kann.

3. Dress it yourself

Jedes Studio hat eigenen Charme – und eigene Regeln. Das Foto stammt aus dem Tattooparlour in Koblenz.

Wer im Jumpsuit zu seinem Po-Tattoo-Termin erscheint, wird es wahrscheinlich ein bisschen schwer haben. Sich entsprechend der zu tätowierenden Körperstelle zu kleiden, ist je nach Wetterlage eine Herausforderung – aber machbar. Zum Beispiel empfiehlt es sich, bei einer anstehenden Beintätowierung im eiskalten Winter, unter die lockere Hose (oder Vergleichbares) eine Leggings bzw. Strumpfhose zu ziehen. Die drückt später nicht auf das Tattoo und kann vor dem Stechen leicht auf der Toilette ausgezogen werden. Generell gilt: Lockere, bequeme Kleidung, vor allem an den zu tätowierenden Stellen, zahlt sich am Ende aus. Den Kunden zwickt es nicht und er fühlt sich wohl, der Künstler kann leicht an die Haut gelangen und quasi sofort loslegen.

4. Sick? Out!

Wer krank ist, sollte sich nicht tätowieren lassen. Nicht nur, weil das eigene Immunsystem sowieso schon zu kämpfen hat und keine zusätzliche Belastung durch ein frisches Tattoo braucht. Sondern auch, weil ihr euren Tätowierer oder andere Kunden ebenfalls anstecken könntet. Das ist – simpel ausgedrückt – nicht fair.

5. Time is the key

Wenn euer Tätowierer nicht die Wohnung unter euch gemietet habt, müsst ihr wahrscheinlich einige Minuten oder Stunden Wegzeit für den Termin einkalkulieren. Dabei solltet ihr – egal ob minutiöser Organisationsfreak oder lapidarer Spontanfahrer – genügend Puffer einplanen. Falls das Auto streikt oder die Bahn unpünktlich ist, kommt ihr so nicht in Bedrängnis. Sollten alle Stricke reißen, informiert euren Künstler so schnell wie möglich über eure Verspätung.

Bei Tätowierungen am Bein sind Hosen am besten, die sich leicht hoch- und runterkrempeln lassen.

6. Respect the artist

Jedes Tattoostudio und jeder Künstler hat seine eigenen Regeln. Den Begriff sollte man zwar nicht zu dogmatisch auffassen, jedoch schadet es nicht, das Ganze vorher mit dem Artist abzusprechen: Darf ich eine Begleitung mitbringen oder soll ich alleine kommen? Soll ich eine Anzahlung leisten? Wäre es besser, persönlich vorbeizukommen, um das Motiv im Vorhinein der Körperstelle anzupassen und offene Fragen zu besprechen? Bei solchen Themen ist offene und ehrliche Kommunikation das A und O. Wer nicht fragt, der nicht gewinnt. Und da jeder Künstler andere Präferenzen hat, sollten solche Dinge vor dem Tattootermin festgesteckt werden.

7. No-Show? Shame on you!

Das No-Go des letzten, aktuellen und zukünftigen Jahrhunderts? Einfach nicht auftauchen, obwohl man einen Tattootermin vereinbart hat. Logisch, oder? So genannte No-Shows gibt es dennoch immer wieder, gerade zur Winterzeit wenn mal wieder ganz plötzlich eine fette Erkältung um die Ecke kommt oder das Geld für Geschenke knapp wird – Überraschung! Wenn der Künstler dann auch nicht auf eine Anzahlung bestanden, sondern den Termin auf Vertrauensbasis angelegt hat, ist es für ihn doppelt ärgerlich (Wobei an dieser Stelle anzumerken ist, dass sich die meisten Anzahlungen auf roundabout 50 Euro belaufen und die verlorene Zeit in keiner Form ausgleichen können). Für jeden Termin hält der Artist sich eine bestimmte Stundenanzahl rein, die so spontan meist nicht durch einen neuen Termin ersetzt werden kann. Daher gilt: Spontane Absagen sind zu vermeiden.

8. Ask me anything

Natürlich gibt es kein Patentrezept für die 100%ig richtige Vorbereitung auf einen Tattootermin. Der perfekte Ansprechpartner für euren individuellen Termin ist in jedem Fall der Mensch, der ihn verantwortet: Der Künstler bzw. die Künstlerin. Auch wenn euch eure Fragen absurd oder irrelevant erscheinen, solltet ihr sie loswerden, um möglichen Missverständnissen oder Unannehmlichkeiten vorzubeugen. Und letzten Endes zählt vor allem eins: Die Lust und Freude auf das neue Tattoo!

 


Über unsere Gastbloggerin Saskia:

Saskia hat das Schreiben im Blut und tobt sich hauptberuflich, nebenher und hobbymäßig damit aus. Sie sieht sich als Tattoo-Enthusiast, der Körperkunstwerke in Traditional, Neotraditional und Blackwork sammelt. Sollte mal etwas schiefgehen, schaut sie sich einfach ein Faultiervideo an – das hilft.

Ihren eigenen Blog „The Girl Above“ findet ihr übrigens genau hier.

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