Tipps, die wir vor unserem ersten Tattoo gerne gehabt hätten

Jajaa, hinterher ist man immer schlauer…

Doofer Spruch, aber dennoch ist was dran an dieser Weisheit. Könnten wir die Zeit zurückdrehen, würden wahrscheinlich viele von uns ihre ersten Tätowierungen heute anders stechen lassen, als damals. Und da man aus den eigenen kleinen Fehlern nur lernen kann, frage ich in den „Mädels mit Tattoos“-Interviews immer danach, welche Tipps diejenigen aus ihrer jetzigen Perspektive an Tattooneulinge haben.

Dabei sind über die Monate so viele gute Antworten hervor gegangen, dass ich sie euch nochmal kompakt präsentieren möchte.

Daher gibt es nun die ultimativen Tipps aller tätowierten Mädels hier auf´m Blog, die wir vor unserem ersten Tattoo gerne gehabt hätten:

Informiere dich im Vorfeld gut

„Bevor man sich tätowieren lässt, sollte man sich erst mal intensiv mit der Materie beschäftigen. Welche Stile gibt es eigentlich, was passiert beim Tätowieren überhaupt und was macht ein gutes Tattoo aus? Wer sein Auge schult und sich immer wieder Arbeiten verschiedener Tätowierer ansieht, lernt sehr schnell, wie ordentliche Linien aussehen und worauf man achten muss, um qualitativ hochwertige Tattoos zu erkennen.“

Andrea hat das so super zusammengefasst, dass es eigentlich nichts mehr zu ergänzen gibt. Die einfachste Möglichkeit sich zu informieren ist es auf Instagram oder Facebook TätowiererInnen zu folgen und Tattoozeitschriften und natürlich diesen Blog zu lesen ;). So können neue KünstlerInnen kennengelernt und verglichen werden, um so nach und nach herauszufinden, welcher Stil einem persönlich am besten gefällt.

Überstürze nichts, gib dir Bedenkzeit

Viele Mädels gaben den Tipp, dass man gründlich darüber nachdenken sollte was und wo man sich tätowieren lässt. Das schnelle Tattoo im Urlaub auf Mallorca ist in den allermeisten Fällen zum scheitern verurteilt. Tattoos sind bekanntlich für immer und daher sollte man sich zum einen gut überlegen, was man sich tätowiert und zudem darüber nachdenken inwiefern einen Tattoos an offensichtlichen Stellen zukünftig eventuell beruflich einschränken könnten. Krass gesagt:  Der tätowierte Name deiner Jugendliebe auf deinem Hals wird wahrscheinlich dafür sorgen, dass du dieses Tattoo sehr schnell bereuen wirst. Gib dir also reichlich Bedenkzeit und verdränge nicht, welche negativen Konsequenzen ein bestimmtes Motiv/ eine bestimmte Körperstelle auch einfach haben könnten.

„Deswegen ist mein Tipp für jeden Tattooneuling, gründlich darüber nachzudenken was, aber noch wichtiger, wo ich mich tätowieren lasse und in wie fern mich Tattoos an offensichtlichen Stellen zukünftig evtl. beruflich einschränken könnten.“ (Mandy)

Wähle nicht den erstbesten Tätowierer

„Rennt bitte nicht zum nächstbesten Dorftätowierer, auch wenn ihn/sie noch so viele eurer Freunde empfehlen und es da so billig ist.“

Damit hat Sabrina absolut Recht! Natürlich kann der Tätowierer im nächsten Dorf ein Meister seines Fachs sein, aber in den meisten Fällen ist es leider so, dass es kein Indiz für sein Können ist, wenn „der Tätowierer, der sein Studio seit 20 Jahren im Nachbardorf hat, auf Jahre ausgebucht ist, weil alle zu ihm gehen.“ (Andrea)

Daher auch hier wieder der Tipp: Seid zu einer gewissen Form kritisch, vergleicht und lernt, wie eine gelungene Tätowierung aussehen sollte.

Lass dir nur eigene Ideen stechen

„Geht nicht mit einer fertigen Vorlage, sondern mit eurer eigenen Idee ins Studio, die ihr dem Künstler/der Künstlerin beschreibt. Wenn er/sie gut ist, wird sie aus euren Vorstellungen was zaubern.“ (Sabrina)

Copy Cats sind scheiße! Wenn also jemand mit einem Bild aus dem Internet in einen Shop kommt und sagt, dass er genau das Tattoo haben will, dann MUSS ein gute und verantwortungsvoller Tätowierer den Wunsch ablehnen. Krass gesagt: Wenn du mit einem ausgedruckten Motiv in ein Studio gehst und dir wird angeboten es genau so umzusetzen, dann kannst du davon ausgehen, dass der Laden nichts taugt. Jede/r gute/r Tätowierer/in wird dir aus deinen Ideen ein Unikat zaubern, das auch wirklich nur du haben wirst.

„Außerdem sollte man sich nicht von der aktuellen Mode leiten lassen, denn ganz schnell ist diese nicht mehr aktuell.“ (Jenny)

„Trendtattoos“ wie das altbekannte Arschgeweih oder Unendlichkeitszeichen sind an Langeweile nicht mehr zu überbieten, wenn ihre Zeit erstmal abgelaufen ist. Daher ist es ein guter Tipp, gänzlich auf Tätowierungen zu verzichten, die ihr in solcher oder ähnlicher Form bereits zu hunderten gesehen habt.

Vertrau auf dein Gefühl

„Wenn dir im Studio irgendwas komisch vorkommt oder die Leute dir nicht sympathisch sind, geh wieder!!!“ (Jenny)

„Schaut, dass ihr auf einer Welle mit dem Künstler schwimmt!“ (Sheila)

Sympathie, eine angenehme Atmosphäre und das Gefühl, dass ihr der/m Tätowierer/in Vertrauen könnt, sind super wichtig, damit ihr euch beim Termin so gut es geht entspannen könnt. Gerade vor dem ersten Tattoo kann es passieren, dass man mit einem Megarespekt und einer großen Schüchternheit das Studio betritt. Man weiß ja schließlich nicht so genau, was auf einen zukommt… Umso wichtiger ist es, dass du dich in dem Studio wohl fühlst und dir durch Erklärungen deine Ängste ein bisschen genommen werden.

Klar, ihr müsst den- oder diejenige nicht direkt heiraten wollen, aber eine Grundsympathie sollte doch vorhanden sein. Auch, wenn dir bezüglich der hygienischen Voraussetzungen etwas komisch vorkommt, solltest du das hinterfragen und die entsprechenden Konsequenzen ziehen.

Kleines Tattoo vs. großes Tattoo zum Einstieg

Bei dem Thema, ob man besser mit einem kleinen Tattoo startet oder sich direkt an ein großes Motiv wagt, scheiden sich die Geister ein bisschen.

Luisa schreibt zum Beispiel: „Fangt mit einem kleineren Motiv an, um sich ein Bild von dem Schmerz zu machen.“

Und auch Luna ist der Meinung: „Je nach Berufsweg oder Ausbildung, sollte man gucken, dass man mit einem kleinem Tattoo anfängt, z.B. im Schulter oder Rückenbereich.“

Andrea vertritt hingegen die Ansicht: „Tipps à la „Fang mit was Kleinem an, zum Ausprobieren!“ halte ich für Quatsch. Entweder will man tätowiert sein oder nicht. Wenn nicht, dann sollte man es lassen. Wenn ja: Keine Angst vor großen Tattoos. Ein wichtiger Aspekt eines guten Tattoos ist neben der handwerklichen und künstlerischen Umsetzung die Platzierung. Man sieht so oft viel zu kleine wahllos irgendwo hingeklatschte Motive – pure Platzverschwendung. Tattoos müssen zum Körper passen, sonst können sie nicht richtig wirken.“

Ich denke, dass das nur jede/r für sich selbst entscheiden kann. Wenn es dein Ziel ist, dass dein Körper irgendwann großflächig tätowiert ist, dann brauchst du dich natürlich nicht mit „Kleinkram“ aufhalten. Denn Andrea hat Recht: Ein kleines Motiv auf einem großen Rücken kann einfach verloren aussehen. Wenn du aber sowieso nicht planst dir mehr als ein oder zwei kleine Tattoos stechen zu lassen, dann brauchst du natürlich auch nicht mit einem DIN A4 großem Motiv starten. Eine gute Plazierung passend zu deinem Körper sollte aber auch dann nicht vergessen werden.

Rechne mit Wartezeiten, nehme weitere Strecken in Kauf und spare lieber etwas länger

„Spart lieber etwas länger, schaut euch deutschlandweit Tätowierer an und seid bereit, für euren Wunschtätowierer auch etwas weiter zu fahren. Das sollte es euch wert sein.“ (Emi)

„Nur nichts überstürzen und unbedingt einen guten Tätowierer aufsuchen. Auch wenn der vielleicht eine längere Wartezeit hat, teurer ist oder weiter weg als der um die Ecke.“ (Cora)

„Auch wenn der Tätowierer lange Wartezeiten hat nicht abschrecken lassen , dass spricht nur gutes für ein Tätowierer, oder wenn`s mal nicht so günstig ist – qualität hat seinen Preis. Auch wenn er nicht gleich um die Ecke ist der Weg lohnt sich – Ein Tattoo ist für die Ewigkeit.“ (Amy)

„Spart lieber etwas mehr, statt am Tattoo zu sparen!“ (Sheila)

Damit wäre zu dem Thema eigentlich auch schon alles gesagt. Ihr werdet eure Tätowierung für immer haben, da sollten Wartezeiten, weitere Strecken und ein höherer Preis als beim Hinterhoftätowier nebenan wirklich keine Rolle spielen!

Entspann dich, mach dich nicht verrückt und esse vor allem genug!

Vor einiger Zeit habe ich schon mal einen Beitrag darüber geschrieben, wie man es schaffen kann die Angst vor dem Tattootermin (gerade, wenn es der erste ist!) zu minimieren. Auch viele der interviewten Mädels schrieben, dass es wichtig ist, möglichst entspannt zum Termin zu gehen und sich im Vorfeld nicht verrückt machen zu lassen.

Was auch noch sehr wichtig ist ist, dass ihr vor dem Termin wirklich ordentlich esst. Von großer Aufregung kann der Kreislauf schon mal in den Keller gehen und da ist es dann noch blöder, wenn der Magen leer ist.

Kitty rät daher: „Als Tipp würde ich auf jeden Fall sagen, esst vorher gut und macht euch nicht so viele Gedanken darüber.“

Entspannt euch also und lasst es einfach auf euch zukommen.

Und für alle, die ihr Gehirn ein bisschen austricksen wollen, hat Jessy einen guten Tipp: „Am besten den allerschlimmsten Schmerz vorstellen, dann ist man hinterher erleichtert.“

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an alle interviewten Mädels für eure großartigen Tipps!!

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