10 Gründe, warum du dich besser nicht tätowieren lassen solltest

Es gibt wohl tausende Gründe, warum die Entscheidung sich tätowieren lassen zu wollen, genau die richtige sein kann. Dann gibt es aber auch Situationen und Umstände, die ein Tattoo zu einer richtig dummen Idee werden lassen.

Welche mir da so einfallen, habe ich in den „Top 10 der Gründe, warum du dich besser nicht tätowieren lassen solltest“ zusammengefasst:

1. Du bist noch nicht volljährig

Wahrscheinlich waren wir uns alle mit 16 Jahren sicher, dass wir die Entscheidungen, die wir damals trafen NIEMALS bereuen werden. Rückblickend ist mir aber klar, dass ich damalige Tattooideen wie chinesische Zeichen oder Tribals spätestens nach ein paar Jahren ziemlich bereut hätte.

Außerdem: Wer bitte tätowiert Minderjährige? Bestimmt kein/e seriösen Tätowierer/innen, die wirklich was drauf haben und ohne zu zögern empfohlen werden könnten. Nein, in den allermeisten Fällen sind es die Hinterhofscratscher, die jeden Unfug und jede Person tätowieren, um ein paar Euro zu verdienen. Also warte lieber noch ein bisschen, überdenke immer mal wieder deine Tattoopläne und suche dir sobald du 18 geworden bist, einen wirklich fähigen Künstler, der dir ganz legal ein Kunstwerk zaubert, das seinen Namen verdient.

2. Du möchtest dir den Namen deines Schatzis tätowieren lassen

Liebe macht blind, das wissen wir alle. Dennoch solltest du flott die rosarote Brille absetzen, wenn du auch nur darüber nachdenkst dir den Namen deines/r Freundes/in tätowieren zu lassen. Tätowierungen halten bekanntlich für immer, was man von Beziehungen nur selten behaupten kann. Klar gibt es für den Notfall Laser oder Cover-Ups, aber klüger ist es doch, wenn man das erst gar nicht braucht.

Partnertattoos können meiner Meinung nach übrigens ziemlich cool sein, z.B. wenn man sich ein Motiv symbolisch für die Beziehung tätowieren lässt. Auch das weckt vielleicht unschöne Erinnerungen, wenn die Liebe längst verflossen ist, ist aber um einiges „neutraler“, als ein Name.

3. Du hast noch nicht genug Kohle für ein ordentliches Tattoo zusammen

Ein ganz doofer Fehler, den man machen kann, wenn man unbedingt und möglichst bald ein Tattoo haben möchte, ist es sich von einem günstigeren Tätowierer stechen zu lassen.

Gute Tattoos sind nicht billig und billige Tattoos sind in den seltensten Fällen gut! Das sollte man sich immer hinter die Ohren tätowieren  schreiben. Erkundige dich bei der/m Tätowierer/in, welche/r dein Wunschmotiv auch wirklich gut umsetzen wird, wieviel dein Projekt in etwa kosten wird. Und dann fang an zu sparen. Wenn es dann ein halbes Jahr länger dauert, bis das Geld dafür zusammen ist, dann ist das so. Aber was ist schließlich ein halbes Jahr, wenn du dafür für immer ein richtig gutes Tattoo hast?!

4. Du bist gerade schwanger

Sich tätowieren zu lassen bedeutet für den Körper einen unwahrscheinlichen Stress. Und den sollte man in der Schwangerschaft tunlichst vermeiden, um die Gesundheit des ungeborenen Kindes nicht aufs Spiel zu setzen. Zudem ist es nicht ganz klar, ob die Tattoofarben durch euren gemeinsamen Blutkreislauf zu dem Kind gelangt. Klar ist jedoch, dass eine Tätowierung immer auch ein gewisses Infektionsrisko darstellt und die Infektion theoretisch übertragen werden kann.

Auch bei Mamas, die stillen, besteht prinzipiell das Risiko einer Infektion, die über die Muttermilch auf das Kind übertragen werden könnte. Also wartet lieber die paar Monate und nutzt die Zeit, um schöne Tattoopläne für dann zu schmieden, wenn ihr euch wieder ohne Risiko für euer Baby tätowieren lassen könnt.

5. So ganz verstehst du eigentlich nicht, was dein Motiv bedeuten soll

Dieser geheimnisvolle Schriftzug in fremder Sprache oder dieses mystische Symbol eines alten Indianerstamms sieht so cool aus, ich MUSS es mir tätowieren lassen! Hmm, und was bedeutet das Ganze? Keine Ahnung.

Man findet mit Sicherheit immer mal wieder Zeichen, Motive oder Symbole, die richtig schön aussehen, aber man eigentlich nicht so genau weiß, was sie in der jeweiligen Kultur bedeuten. Gelingt es einem nicht die ursprüngliche Bedeutung herauszufinden (und sich damit auch identifizieren zu können), dann lässt man es besser bleiben, sich dieses Motiv tätowieren zu lassen. Auch denke ich persönlich, dass es manchmal nicht unser Recht ist, Symbole oder Motive mit denen wir durch unsere Kultur eigentlich nichts am Hut haben, auf der Haut zu tragen. Aber darüber ließe sich mit Sicherheit diskutieren…

6. Du bist gesundheitlich nicht wirklich fit genug für die Tattoositzung

Ob du eine Grippe hast oder sonstige gesundheitlichen Einschränkungen, die dazu führen, dass du nicht topfit zum Tattootermin erscheinst: Krank solltest du dich besser nicht tätowieren lassen, da dein Körper mit deiner Erkrankung schon genug zu tun hast. Terminabsagen sind immer doof, müssen bei stärkeren Erkrankungen aber leider sein. Das Gleiche gilt, wenn du im Moment Medikamente einnimmst, die dein Blut verdünnen, da dieses dazu führen kann, dass die Farbe nur sehr schlecht von der Haut aufgenommen wird. Bei Erkrankungen am Herzen, Diabetes oder chronischen Kreislaufproblemen, wendest du dich im Vorfeld am besten an deinen Arzt (der hoffentlich nicht prinzipiell gegen Tattoos eingestellt ist), um über deine besondere Situation zu sprechen und den ärztlichen Segen einzuholen.

7. Du bist besoffen oder hast Drogen genommen

Drogen sind so oder so kacke, in Kombination mit dem Wunsch sich tätowieren zu lassen aber insbesonders. Das Gleiche gilt für Alkohol, denn wie wir alle wissen, fällt man im besoffenen Kopp gerne mal Entscheidungen, die sich im Nachhinein nicht als so ganz klug herausstellen. Kein seriöses Studio tätowiert Leute, die offensichtlich unter Drogen oder Alkohol stehen. Doch wie das so ist: Wenn man was will, findet man einen Weg. Und so soll es Personen geben, die nach einer durchzechten Nacht am Morgen mit einem -natürlich- mehr als missratenem Tattoo aufgewacht sind. Das Ganze kann dann für immer an einen witzigen Abend erinnern, aber in den meisten Fällen ist es wohl eher so, dass diejenigen schnell darüber nachdenken, wie sie das Kunstwerk wieder los werden ;)

8. „Wenn´s mir nicht mehr gefällt, lass ich es halt weglasern“

Du denkst schon vor deinem Tattootermin darüber nach, wie du es im Zweifelsfall wieder los wirst? Dann lass das Ganze doch bitte direkt bleiben. Tattoos sind im Idealfall für immer und kein Wegwerfprodukt, dass nach Belieben ausgetauscht oder entfernt werden sollte. Möchtest du dich tätowieren lassen, dann habe bitte auch den Arsch dafür in der Hose, dass es lebenslänglich auf deiner Haut sein wird. Wer sich das nicht vorstellen kann, hat eine Tätowierung vielleicht auch einfach nicht „verdient“.

9. Die Tattoositzung soll in einer Siffbude stattfinden

Hygiene ist beim Tätowieren super wichtig, schließlich sollte weder der Künstler, noch der Kunde seine Gesundheit riskieren. Wenn du also das Tattoostudio betrittst und du den Eindruck hast, das nicht 100 % steril gearbeitet wird, dann verlasse bitte den Laden, bevor du dich einem Risiko aussetzt.

Studios, die hygienisch arbeiten, sollten vor allem im Arbeitbereich mindestens so sauber sein, wie eine Arztpraxis: Leicht abwaschbare Oberflächen und Böden, Waschbecken, Desinfektionsmittel, Abfalleimer und Liegen mit Einwegtüchern. Der/die Tätowierer/in trägt beim Arbeiten Handschuhe und wechselt diese, sobald er mit etwas anderem als deiner Haut und dem sterilen Arbeitsmaterial in Kontakt gekommen ist. Solltest du dir bezüglich der Hygiene unsicher sein, dann wird dir jedes seriöse Studio im Vorfeld erläutern, nach welchen Regeln und Abläufen steril gearbeitet wird.

10. Du bist dir nicht ganz sicher, welches Motiv du wählen sollst

Man liest in Internetforen immer mal wieder, dass Leute danach fragen, wie die anderen Leser dieses und jenes Motiv so finden. Ich frag mich dann immer, was die Personen davon haben wenn 90 % der User das Motiv super geil oder total scheiße finden. Beeinflusst es die eigene Entscheidung positiv oder negativ, dann befürchte ich, dass der- oder diejenige von dem gewünschten Motiv für sich noch nicht hunderprozentig überzeugt ist. Ganz davon abgesehen, dass oft Motive hoch geladen werden, die bereits tätowiert wurden und Copy Cats gar nicht gehen, sollte man lieber noch was warten, wenn die Motiventscheidung noch so wackelig ist. Das Ziel sollte ja immer sein, dass man sich zu hundert Prozent mit seinem Tattoo identifizieren kann und wenn im Vorfeld schon daran gezweifelt wird, dann ist es wahrscheinlich einfach noch nicht das Richtige.

Titelbild: Anne Marthe Widvey

4 Comments

  • Das sind alles sehr wichtige Gründen, auf die man als jemand achten sollte der ein Tattoo haben möchte, aber auch diejenigen die das Motiv stechen sollen in einem Studio.
    Ich weiß nicht ob es überhaupt welche gibt, die dann nur wegen dem Geld sagen: „Komm ich steche dir was du willst“.
    Abgesehen von Privatleuten die das nebenbei und nicht einmal professionell machen.
    Jeder sollte sich diese Sachen einmal vor Augen, der ein Tattoo haben möchte.

    • Mel sagt:

      Ja, da hast du total Recht! Auch als ein verantwortungsvoller Tätowierer sollte man sich diese Grundsätze zu Herzen nehmen :)

  • Red Pearl sagt:

    Ich muss auch sagen, dass ich es super finde, Menschen zu finden die sich auch Gedanken über andere Menschen machen und sich nicht nur an dem eigenen Wohl, in den meisten Fällen Profit, fest beißen. Denn so ein Tattoo hat man sein Leben lang auf der Haut, wenn man er nicht gerade mit einer teuren Laserbehandlung das Tattoo weglasern lassen. Und gerade Schmerzfrei ist das auch nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.